Nightcaching

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[Bearbeiten] Allgemeines

Mit Nightcaching wird allgemein Geocachen bei Nacht umschrieben. Dabei werden vorzugsweise Caches gesucht, welche durch die Verwendung bestimmter Installationen nur nachts auffindbar sind. Durch die eingeschränkte Wahrnehmungsfähigkeit bei Dunkelheit und die ungewohnte Umgebung werden Nachtcaches häufig als besonders stimmungsvoll wahrgenommen.

[Bearbeiten] Stationen

Um das Auffinden eines Nachtcaches bei Tag zu erschweren und das Finden bei Nacht zu ermöglichen, werden verschiedene Installationen verwendet. Doch nicht alles Stages von einem Nightcache müssen typische Nightcachestationen sein: So werden in manchen Caches Stationen verwendet, welche auch durchaus im Tageslicht findbar bzw. lösbar wären.

  • Reflektor
    Reflektoren oder auch Katzenaugen genannt. Das Prinzip ist immer das gleiche: Die angegebenen Koordinaten sind nicht genau und man muss mit Hilfe einer Taschenlampe einen Reflektor meist in ca. 5 bis 300 Metern Entfernung finden. Dort befindet sich dann der nächste Hinweis. Es gibt verschiedene Bauarten von Reflektoren, welche abhängig von der Entfernung, der Umgebung, den zur Verfügung stehenden Materialien und letztendlich auch dem Geschmack des Versteckers sind. Angefangen vom kleinen mit Reflektorfolie beklebtem Reißzwecken über handelsübliche Rundreflektoren welche auch in Straßenleitpfosten verwendet werden bis hinzu 30 cm x 30 cm großen Prismenreflektoren reicht das Spektrum. Technisch gesehen gibt es zwei Arten von Reflektoren: Glaskugelbasierte wie sie in fast allen Reflektorfolien zu finden sind oder prismenbasierte wie die Reflektoren von Leitpfosten oder alten Speichenreflektoren. Die derzeit größte bekannte Entfernung zwischen den angegebenen Koordinaten und dem Reflektor beträgt 1,2 km. Als etwas technischere Spielart gibt es auch Infrarotreflektoren. Diese bestehen aus einer normalen weissen Reflektorfolie mit darüber gelegter blauer und roter Folie. Diese Reflektoren sind bei Tag sehr dunkel und kaum mit blossem Auge auszumachen, wenn sie bsp. an Bäume gepinnt werden. Bei Nacht sind sie mit normaler Taschenlampe ebenfalls unsichtbar. Sehen kann man diese Reflektoren mit einem Nachtsichtgerät und eingeschalteter aktivier Infrarotbeleuchtung. Entfernungen bis 70m sind auch mit handelsüblichen Billignachtsichtgeräten bei einer Reflektorgröße von ca 1cm2 durchaus machbar. Es gibt zur Zeit einen Cache in Deutschland mit diesen Reflektoren: Magic Lightning, es sollen aber einige weitere Nachtcaches mit solchen Stationen folgen.
  • Wecker
    Man versteckt irgendwo einen Wecker der nur nachts klingelt. Das Versteck muss natürlich sehr gut gewählt sein, da man den Wecker sonst auch so finden könnte. Funkwecker eignen sich hier besonders, da sie sich automatisch von Winter- auf Sommerzeit umstellen und die Uhrzeit sekundengenau mit der GPS-Zeit übereinstimmt. Ebenso ist es möglich das klingelnde Bauelement durch eine LED zu ersetzen.
  • Ewiger Blinker
    Dies ist eine blinkende Diode, deren Leuchtkraft so gering ist, dass man sie sehr schwer oder unmöglich am Tag ausmachen kann. Durch ein geschicktes Layout halten die Batterien dieser Installation meist mehrere Jahre. Eine Bastelanleitung.
  • Reaktives Licht
    Bei diesem elektronischen Bauteil fängt eine LED an zu blinken, wenn vorher ein Lichtsensor angeleuchtet wurde. Hierzu gibt es diverse Bauanleitungen, die unter anderem auch Tag-/Nachtweichen enthalten. Eine Bastelanleitung.
  • UV-Markierungen
    Hierbei handelt es sich um Hinweise welche mit normalem Licht nicht sichtbar sind, aber mit UV Licht sichtbar gemacht werden können. Das große Problem bei diesen Hinweisen ist, dass sie nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt sein dürfen. Die fluoreszierenden Pigmente in den Farben sind nicht dauerhaft UV-beständig.
  • Laserpointer
    Der Verstecker installiert bei dieser Station eine Zielvorrichtung ähnlich die einer Schußwaffe. Der Nightcacher muss nun mit dem Laserpointer durch diese Vorrichtung zielen und findet an dem angeleuchteten Punkt weitere Hinweise.
  • Werbetafeln und Straßenbeleuchtung
    Nicht immer muss jeder Teil einer Station auch vom Verstecker installiert werden. Gerade bei urbanen Nightcaches werden gerne Elemente verwendet, die bereits vorhanden sind. Inwiefern diese in einen Cache integriert werden können ist eigentlich nur durch die Phantasie des Versteckers begrenzt.

[Bearbeiten] Lampen

Neben einem GPS Gerät ist der wichtigste Ausrüstungsgegenstand eine Lampe. Es gibt verschiedene Typen:

  • Stirnlampe
    Sinnvoll um von A nach B zu kommen ohne über die eigenen Füße zu stolpern. Einige Reflektoren können auch damit schon entdeckt werden.
  • Helle Taschenlampe
    Normalerweise ist ein Nightcache so gestaltet, dass man ihn mit einer Maglite 3D oder einer ähnlich hellen Taschenlampe findet. Hier sind alle möglichen Fabrikate und Varianten im Einsatz. Unter Nachtcachern herrscht ein reger Informationsaustausch in diesem Bereich.
  • Strahler
    Da normalerweise eine Taschenlampe ausreicht werden Strahler eigentlich nicht benötigt. Jedoch lassen sich hiermit gerade weiter entfernte Reflektoren schneller finden. Von einfachen 30W Halogenscheinwerfern bis zu 100W HID-Scheinwerfern ist alles bei Cachern in Gebrauch. Meist werden die Strahler durch Umbauten modifiziert um z.B. die Laufdauer zu erhöhen oder die Bedienung zu vereinfachen.

[Bearbeiten] Sushi essen oder auch Knobipizza

Was im süddeutschen Raum als Sushi essen bekannt ist und im Rhein-Main-Gebiet eher als Knobipizza oder Erlebnishilfe bezeichnet wird, ist ein Auflauern einiger Nightcacher um andere Nightcacher zu erschrecken. Da eine gewisse Ähnlichkeit zu einem Hinterhalt bei einer militärischen Übung nicht von der Hand zu weisen ist, findet auch der Begriff Feindkommando Verwendung.

Dabei werden vorwiegend subtile Gruseleffekte eingesetzt: Geräusche, Licht (z.B. Blitzlicht, UV), speziell für die Zeit der Aktion ausgelegte gruselige Attrappen sowie besonders getarnte bzw. kostümierte Personen. Der Einsatz von Feuerwerkskörpern ist nicht nur verboten sondern auch verpönt, weil Verletzungs- und Brandgefahr besteht und auch Wild erschreckt und gefährdet werden kann.

Hervorzuheben ist jedoch, dass dies von allen Seiten, also auch von den zu Erschreckenden, als gewollter Spaß angesehen wird. Ein Feindkommando wird nur durchgeführt, wenn absolut klar ist, dass die zu erschreckenden Cacher nichts dagegen haben. Alles andere wird als extrem unhöflich angesehen.

[Bearbeiten] Nachtcache im Einklang mit der Natur und den Gesetzen

Immer wieder gibt es Diskussionen was bei einem Nachtcache nicht angebracht ist. Wer einen Nachtcache plant, der sollte sich das Folgende einmal durch lesen und seine eigene Meinung bilden:

  • Reflektor
    Reflektoren kann man am besten mit Reißzwecken in der Rinde befestigen. Dies hat den Vorteil, dass die Borke nicht wesentlich beschädigt wird. Mit einem Hilfsmittel (Stab mit Magnet als Halter und Hammer) in 2-3m Höhe angebracht sind sie sogar recht muggelresistent. Reflektorfolie haftet hervorragend auf blanken Reißzwecken. Rundreflektoren kannst du herstellen, indem du ein Kugelschreiberröhrchen (ca. 2cm lang) beklebst und mit einem Naturgewebe oder lockerem Kabelbinder an einem Ast befestigst.
  • Reflektorstrecke
    Viele Geocacher sind der Ansicht, dass eine Reflektorstrecke quer durch den Wald zu einem Nachtcache dazu gehört. Diese sollte jedoch so angelegt sein, dass sie durch offenes Gelände (keine Brombeeren oder niedrige Sträucher) führt, um die darin Schutz suchenden Tiere nicht zu sehr zu bedrängen. Hochsitze und jagdliche Einrichtungen sollten auf jeden Fall gemieden werden. Das Wild ist daran gewöhnt, dass sich Menschen auf den Wegen befinden. Die Reflektorstrecke sollte daher in der Nähe eines Weges liegen. Gerade in der Brut- und Setzzeit (01.04. - 15.07.) sollten die Wege nach Möglichkeit kaum verlassen werden. Andernfalls läuft man als Geocacher Gefahr, über ein Rehkitz zu stolpern, das daraufhin ggf. durch die Mutter nicht mehr angenommen wird.
  • Schrauben und Nägel
    In lebende Bäume sollte man keine Schrauben und Nägel treiben. Wenn eine Befestigung in lebende Bäume nötig ist, solltest Du auf rostfreies und weiches Material (z.B. Aluminiumnägel) achten. Eisen und andere Metalle haben durch Korrosion einen negativen Einfluss auf den Baum. Der wohl wichtigste Grund ist jedoch: Ein Arbeiter kann beim Fällen des Baumes oder später im Sägewerk durch eine gerissene Motorsägenkette lebensgefährlich verletzt werden!
  • Baumstümpfe
    Prima geeignet für jede Art von massiv invasiven Veränderungen zum Verstecken oder für Stationen bieten sich Baumstümpfe oder tote Bäume an. Bitte beachte jedoch den obigen Punkt im Hinblick auf die Motorsägenkette bei abgestorbenen Bäumen.
  • Draht oder Kabelbinder
    Zur Befestigung von allerlei Material an lebenden Bäumen solltest du darauf achten, dass der Baum wächst. Insbesondere fest sitzender Draht und Kabelbinder werden die Borke schädigen. Daher sollte der Baum an der aufliegenden Stelle z.B. durch etwas Gartenschlauch o.ä. abgepolstert werden und mindestens so viel Spiel um den Ast oder Baum vorhanden sein, dass es bis zur übernächste Wartungsrunde ausreicht.
  • Jäger und Förster
    Der Wald darf zu Erholungszwecken von jedem rund um die Uhr genutzt werden. Die jeweiligen Forstgesetze schränken dies jedoch ein, zum Beispiel kann in Aufforstungsgebieten oder in Gegenden mit Holzeinschlag der Zugang eingeschränkt werden. Ebenfalls ist gesetzlich festgesetzt, dass der Jagdbetrieb nicht gestört werden darf. Dies ist besonders um die Vollmondnächte relevant, da dies die bevorzugten Jagdtage sind. Ein Rudel Geocacher mit einem Maximum an Leuchtkraft kann das Wild quer durch den Wald in Panik treiben. Als Folge davon können sich Rehe in Wildzäunen verfangen und erhebliche Verletzungen davon tragen. Ebenfalls solltest du als Geocacher im Wald immer eine eingeschaltete Lampe oder ein Knicklicht in Kopfnähe haben, um Verwechslungen aus Sicht des Jägers mit Wild auszuschließen (Lebensgefahr, es sind schon Kühe als Wildsäue erschossen worden!).
  • Diskussion und Ergänzung
    Eine Diskussion dieser Dos und Don'ts bitte in den unten genannten Foren (vgl. Weblink zu Geoclub) führen oder in diesem Beitrag Ergänzungen vornehmen (Bitte auf die Grundsätze eines Wikis achten).

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Relevante Foren

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